11.09.2008

Immer negativ denken!

Ich bin heute strahlend vor fiebriger Erwartung mit ein paar Freunden und spontanerweise auch meinem Bruder und seinen paar Freunden ins semi-örtliche Kino zur mysteriösen Mittwochs-Sneak gecruist. Der Vermutungen viele und zugegebenermaßen auch einige Hoffnung lagen bei der Majorität auf dem bald startenden Mechanikspektakel Wall-e, aber diese Aussicht wurde von dem jugendlichen Moderator der Sneak schnell verworfen. Mit der fast ängstlich vorgetragenen Bemerkung "Wenn ihr also jetzt einen Film zu sehen bekommt, dessen Anfang ihr normalerweise um drei Uhr nachts auf Arte oder 3sat ansiedeln würdet, rennt bitte nicht schon nach den ersten 10 Minuten raus, denn selbst, um einen Film schlecht zu finden, muss man ihn gesehen haben" versuchte er das Mainstreamauditorium milde zu stimmen, was allerdings mit allgemeinem unbehaglichen Tuscheln und mutigen vereinzelten Buh-Rufen kommentiert wurde. Nach einer Verlosung von aktuellen Filmplakaten begann die Vorstellung mit ein paar Trailern für kommende Actionfilme, bei denen der cranke Jason Statham gefühlt 70 Prozent der Hauptrollen innehatte. Dann begann der Hauptfilm. Die Produktionsfirmen waren mir nicht bekannt und der Titel "Kunsten å tenke negativt" (Die Kunst des negativen Denkens) lies Exotisches vermuten. Kurzum: Es folgte ein spannender, sehr schwarzhumoriger und gut gezeichneter nordländischer Film mit Dogma-Ambitionen. Man könnte ihn als eine Mischung aus von Triers "Idioten" und Vinterbergs "Das Fest" (übrigens die ersten beiden Dogma 95-Machwerke) bezeichnen, allerdings mit einem wohltuend positiveren Finale. Es geht um eine Gruppe von Behinderten, die eine wilde Nacht zwischen ihren Problemen, einer dominanten Therapeutin, ihren gesunden Lebenspartnern und Unmengen an Alkohol und Drogen verbringen. Fazit: Absolut sehenswert! Ich bin fast froh, dass Wall-e nicht kam... gegangen sind allerdings doch ein paar. Ignoranten!

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hey Jo, bin mal wieder baff. Da kann man ja was lernen...
Bin grad fertig mit Üben und fahr jetz nach München.
LG Pap

Len hat gesagt…

des klingt echt genial, aber pass auf dass du dir beim ausdenken dieser ausgeschmückten textstücke weder zunge, noch finger, noch hirn verdrehst!^^
Da Homie